15.12.2014 - Perspektive 2020 für die Musikhochschulen in Baden-Württemberg

 

Die Ausgangslage...

 

Im Juli 2013 verkündete Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ihre Vorstellungen zum Umbau der Baden-Württembergischen Musikhochschulen.

  • Der Plan sieht vor, drei der fünf Musikhochschulen in ihrer grundlegenden Form zu belassen und eher in Richtung „Hochschule mit Vollangebot“ zu stärken (Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe)
  • Mannheim und Trossingen werden zu Spezialhochschulen umgebaut, die nur noch einen Teilbereich abdecken (Mannheim: Tanz, Jazz und Integration der Popakademie; Trossingen: Alte Musik und EMP),
  • es sollen insgesamt 4 - 5 Millionen EUR eingespart werden,
  • die Studierendenzahlen sollen auf den Wert von 1998 zurückgefahren werden,
  • ausländische Studierende aus nicht EU-Staaten sollen Studiengebühren zahlen.

 

Die Pläne stoßen auf heftigen Protest, weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Heftigkeit und Nachhaltigkeit des Widerstands führt dazu, dass sich die Landesministerin in öffentlichen Anhörungen zu einem Kurswechsel bewegen lässt.

 

 

Die wichtigsten Ergebnisse...

 

Standortfrage

Alle fünf Standorte bleiben uneingeschränkt erhalten.

 

Profilierung

Jede Hochschule hat einen Kernbereich (klassische Orchesterausbildung, Instrumentalpädagogik, Klavier, Gesang, Komposition, Schulmusik und Elementare Musikpädagogik) sowie einen Profilbereich (spezielle Profile wie z. B. Musiktheater/Opernschule, Figurentheater, Tanz, Jazz). Darüber hinaus sollen an allen 5 Standorten Qualifizierte Landeszentren gebildet werden.

 

Finanzierung

Die Landesregierung verzichtet auf das Sparvorhaben von 4 - 5 Millionen EUR.

 

Ressourcen und Stellenumwidmungen

Um Qualifizierte Landeszentren zu ermöglichen, stellt jede Hochschule zwei volle Professoren-Deputate für ein Pool zur Verfügung, aus denen dann neue Stellen für das je eigene Zentrumsprofil generiert werden sollen.

 

Einsparpotentiale

Die Landesregierung denkt über Einsparmöglichkeiten nach, indem W3-Stellen in W2-Stellen umgewandelt werden und die Arbeitszeit der Akademischen Mitarbeiter von 24 Stunden auf 28 erhöht werden könnten.

 

Lehrbeauftragte

Die Situation der Lehrbeauftragten an Baden-Württembergischen Musikhochschulen ist seit langem prekär. Die Tarifsätze sollen um ca. 20 % angehoben werden. Da seit 25 Jahren keine Tarifanpassungen erfolgten, entspricht dieser Satz noch nicht einmal dem Inflationsausgleich.

 

Schulmusik

Die Schulmusik soll an allen Standorten erhalten bleiben. Sie müssen aber einen Nachweis bezüglich ihrer besonderen Konzeption/Ausprägung erbringen.

 

Elementare Musikpädagogik

Die Elementare Musikpädagogik soll an allen Standorten gestärkt werden! Was das für Karlsruhe heißt, bleibt abzuwarten. In einer Pressemitteilung des MWK heißt es: „Neue gesellschaftlich relevante Fächer wie Elementare Musikpädagogik (...) sollen ausgebaut, andere Spezialfächer hingegen nur noch an einzelnen Standorten angeboten werden.“

 

Weitere Forderungen der Landesregierung

Die Studierendenzahlen sollen sich nach den Vorgaben von 1998 orientieren und somit zurückgefahren werden. Die Deutschkenntnisse von ausländischen Studierenden müssen nachweislich verbessert werden.

 

Prof. Elias Betz – Heidelberg, 14.12.2014

 

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